Derbysieg beim Spitzenreiter
Heute stand das spannende Derby beim Nachbarn SSV St. Egidien an, was gleichzeitig das Spitzenspiel von Tabellenführer gegen Tabellenzweiten bildete. Auch wenn Wildenfels aufgrund von Verletzungen, Krankheit und Urlaub auf mehrere Spieler verzichten musste, fanden die Gäste vom Start weg sehr gut ins Spiel. Aus einer sicheren Annahme heraus verteilte Zuspieler Marten Fenske die Bälle auf alle Angriffspositionen. Unterstützt von starker Block- und Feldabwehrarbeit dominierte der VfL den ersten Satz und gewann diesen deutlich mit 25:17. So einfach wollte sich der Spitzenreiter aber nicht geschlagen geben, schon gar nicht im emotionalen Derby, sodass die Gastgeber in den zweiten Durchgang deutlich zwingender und vor allem mit druckvollen und platzierten Aufschlägen starteten. Die Wildenfelser Annahme wurde so in die Bredouille gebracht, wodurch das Spiel nun deutlich in die andere Richtung lief. Für die Wildenfelser Angreifer war es nun erheblich schwerer, Punkte zu erzielen, während gleichzeitig St. Egidien eigene Fehler reduzierte, die Wildenfelser Unzulänglichkeiten konsequent ausnutzte und die Gäst zugleich mehrmals mit Schiedsrichterentscheidungen haderten. Nach dem 25:19 für das Heimteam war damit wieder alles ausgeglichen. Zu Beginn von Satz Nummer 3 setzte sich zunächst Wildenfels leicht ab, ab der Satzmitte übernahm aber St. Egidien wieder die Kontrolle. Beide Trainer versuchten über Auszeiten und Wechsel entsprechend Einfluss zu nehmen, das Spiel blieb allerdings bis zum Satzende Spitz auf Knopf. Verstärkt wurde das Nervenspiel noch vom leicht überforderten Schiedsgericht aus Markkleeberg, was in der entscheidenden Phase St. Egidien zunächst einen Punkt zu viel auf der Zähltafel gutschrieb. Erst nach Protesten der Wildenfelser wurde dieser zurückgenommen, wobei an dieser Stelle das vorbildliche, faire Verhalten der Gastgeber hervorzuheben ist, die die Wildenfelser Proteste bestätigten, dass ein Fehler bei der Punktezählung zu ihren Gunsten vorlag. Dennoch verfügte St. Egidien über zwei Satzbälle, die beide nicht genutzt werden konnten. Wildenfels verteidigte nun leidenschaftlich und kämpfte um jeden Punkt. Schlussendlich waren es zwei grandiose Blöcke vom Wildenfelser Zuspieler Marten Fenske, die den 27:25-Sieg für die Gäste brachten. Nun sollten es sogar drei Punkte beim Rivalen werden. Dieses Unterfangen wurde aber bitterweise durchkreuzt von einem Fehler des Wildenfelser Trainers Markus Heinze beim Aufschreiben der Aufstellung für den vierten Durchgang. Mehrere Positionen wurden dabei fehlerhaft angegeben, sodass die Gäste teilweise auf komplett ungewohnten Positionen agieren mussten, was zu Aufstellungsfehlern und reihenweise Punktverlusten führten. St. Egidien nutzte die Verunsicherung eiskalt aus, startete mit 9:0 in den Satz und auch wenn der Vorsprung zwischenzeitlich schmolz, war der Durchgang mit 25:16 eine einseitige Angelegenheit. Der Tie-Break musste also über Gewinner und Verlierer entscheiden. Der Gästetrainer bewies trotz des Missgeschicks im vorherigen Satz Mut und verhalf Mittelangreifer Karl Weber aus der zweiten Mannschaft zum Saisondebüt in dieser entscheidenden Phase, was am Ende belohnt wurde. Die Gäste fanden - jetzt wieder in gewohnter Aufstellung - zur sicheren Annahme zurück und sorgten mit starken Aufschlägen für Verwirrung in der Defensive der Gastgeber, was verbunden mit konsequenter Blockarbeit zu mehreren Punkten Vorsprung gleich zu Beginn führte. Der Trainer von St. Egidien musste daher sehr früh im fünften Satz beide Auszeiten verpulvern, was aber zu keiner Wende führte. Unter anderem Karl Weber setzte mehrere erfolgreiche Block- und Angriffsaktionen und entnervte damit den Hauptangreifer von St. Egidien auf der gegnerischen Mitte. Da nun auch der Wildenfelser Kapitän Ruben Langer endgültig heiß gelaufen war, der am Ende auch zum Spieler des Spiels gewählt wurde, ließen sich die Gäste die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Als Ruben Langer schließlich den Ball unhaltbar krachend zum 15:12 im Feld von St. Egidien versenkte, kannte der Jubel beim VfL keine Grenzen. Noch nie gelang ein Auswärtssieg in St. Egidien, an diesem Tag konnte dieser Negativlauf gestoppt werden. Damit rückt die Tabellenspitze noch weiter zusammen und Wildenfels steht nun bereits in einer Woche die nächste hohe Auswärtshürde in Freiberg bevor.